Der Fluss Salza und seine Umgebung – detaillierte und praktische Informationen nicht nur für eine Paddeltour

Die Salza – kaum ein Paddler, der noch nicht von ihr gehört hat.
Sie liegt in der nördlichen Steiermark und trennt mit ihrem Verlauf das Hochschwabmassiv von den Göstlinger Alpen. Ihre Quelle befindet sich nahe dem Wallfahrtsort Mariazell, unterhalb des Ulreichsbergs, auf rund 1.800 Metern Seehöhe.
Mit einer Länge von 80 Kilometern mündet sie schließlich in die Enns.
So klares Wasser wie hier findet man heutzutage nur noch selten.
Von der Quelle bis zum Dorf Gusswerk ist die Salza eher ein Bach und daher für Paddler uninteressant. Von Gusswerk bis zur Einmündung in die Enns erwarten Paddler auf mehreren Abschnitten rund 60 Kilometer unvergesslicher Erlebnisse.
NAVIGIERTE ABSCHNITTE DER SALSA
Gusswerk – Prescenyklause Damm (Klausgraben)
Nach dem Dorf Gusswerk beginnt der erste, weniger bekannte Abschnitt der Salza – etwa 15 Kilometer lang und mit dem Schwierigkeitsgrad WW I–II bewertet. Dieser Abschnitt ist in der Regel bis Juni oder nach stärkeren Regenfällen befahrbar.
Zunächst folgt der Fluss der Straße, doch nach einigen Kilometern zweigt er ab und schlängelt sich durch eine wunderschöne, teils enge Schlucht. Dort trifft das Wasser an vielen Stellen senkrecht auf unterhöhlte oder erodierte Felswände, und es ist besondere Vorsicht vor umgestürzten Bäumen im Fluss geboten.
Ein Wanderweg führt ebenfalls in die Schlucht und bietet stellenweise einen kurzen Klettersteig direkt entlang des Flusses.
Als Ausstieg eignen sich entweder das Dorf Weichselboden oder die Gegend um den Prescenyklause-Stausee.
Staumauer Prescenyklause — Holztrift
Der Rückstau ist 1,2 Kilometer lang, die maximale Tiefe beträgt 7,2 Meter. Die Staumauer ist 47,5 Meter lang, zwischen 8,5 und 15 Meter breit und 9 Meter hoch.
Zwei seitliche Öffnungen dienten früher der Holztrift, die mittlere Öffnung wurde zur Regulierung von Hochwasserverwendet. Wenn beide seitlichen Triftkanäle geöffnet wurden, führte die Salza bis zu 17 m³/s mehr Wasser und der Wasserstand stieg um über einen Meter.
Innerhalb von 3,5 Stunden war das Becken vollständig entleert – aber nach weiteren 24 Stunden meist wieder aufgefüllt.Im Salzatal wurde Holz vor allem zur Deckung des enormen Holzbedarfs für die Stahlgewinnung in Eisenerzgeschlagen. Die Holznutzung im Tal reicht bis ins Jahr 1373 zurück. Die erste Triftklause zur Holzbeförderung wurde 1750 bei Gusswerk errichtet.
Die heutige Prescenyklause wurde zwischen 1841 und 1848 gebaut, nachdem die ursprüngliche hölzerne Klause an derselben Stelle verfallen war. 1954 wurde der Holztransport endgültig eingestellt.
In den Jahren 1985–1987 wurde die Staumauer verstärkt, und am linken Ufer wurde ein zusätzlicher Tunnel mit zwei Turbinen gebaut, die heute Strom für die Stadt Mariazell erzeugen. Dank dieses Tunnels konnte die historische Klause in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten werden.
Prescenyklause – Wildalpen
Dieser Abschnitt ist 16 km lang und weist den Schwierigkeitsgrad WW I–III auf.
Auf den ersten 10 Kilometern fließt der Fluss durch ein breites Tal mit geringem Gefälle und bietet dabei spektakuläre Ausblicke auf das Hochschwab-Massiv.
In diesem Teil begegnet man weniger Touristen, der Fluss ist eher flach und bei niedrigem Wasserstand mit größeren Booten schwer zu befahren.
Der Abschnitt eignet sich besonders für Kinder und weniger erfahrene Paddler.
Auch erfahrenere Paddler, wie zum Beispiel Kajakfahrer, werden die Salza genießen / F: Stefan Leitner
Auf den letzten 6 Kilometern, ab dem Einstiegstelle Brunn, wird das Flussbett enger und die Salza technisch anspruchsvoller.
Besonders bei niedrigem Wasserstand ragen zahlreiche Felsen aus dem Wasser, während es bei höherem Pegel zu kräftigen Wellen und Walzen kommt.
Eine technisch etwas anspruchsvollere Stelle ist die Nachbargauerwalze – ein Riegel kurz vor dem Campingplatz Nachbargauer, etwa 3 km vor Wildalpen. Diese Stelle kann teilweise umfahren werden, wenn man die linke Linie wählt.
Die Fahrt auf diesem Abschnitt endet nach dem Zufluss des Hinterwildalpenbachs bei einem der Campingplätze in Wildalpen.
Die Perle in Wildalpen ist der sogenannte „Heliwelli“ – eine Walze, auf der jedes Jahr das Salza-Rodeo stattfindet.
Und wer danach immer noch nicht genug hat, kann weiter zum Slalomparcours mit einer weiteren Wellenwalze paddeln, wo man garantiert nicht den Blicken der Zuschauer entgeht.
Eine beliebte Kreuzfahrtaktivität ist der Sprung ins Wasser / F: Black Sheeps Adventures
Trinkwasser aus Wildlapen
Nach der ersten Straßenbrücke unterhalb des Staudamms, wo die Straße (flussabwärts gesehen) vom rechten auf das linke Ufer wechselt, bemerken die meisten Paddler kleine Bäche und Wasserfälle, die links in die Salza münden – besonders nach Regenfällen.
Hier befindet sich eine der zahlreichen Quellen, die die Stadt Wien mit Trinkwasser versorgen: die Kläfferquelle. Ihr Wasser wird über ein Aquädukt mit einer Durchflussmenge von etwa 5 m³/s nach Wien geleitet, überschüssiges Wasser wird direkt in die Salza abgegeben.
Insgesamt gelangen täglich mehr als 217 Millionen Liter Trinkwasser (auch aus anderen Quellen) nach Wien. Das Transportnetz ist 180 km lang, und das Wasser benötigt 36 Stunden für seine Reise in die Hauptstadt.
Wer mehr darüber erfahren möchte, kann in Wildalpen ein Museum besuchen, in dem alles detailliert – auf Deutsch und Englisch – erklärt wird. Außerdem kann eine Führung zur Kläfferquelle im Inneren des Berges organisiert werden.
Mehr unter www.steiermark.com.
Wildalpen – Mündung der Enns
Der mit Abstand beliebteste und am besten befahrbare Abschnitt der Salza ist 22 km lang und hat den Schwierigkeitsgrad WW II–III.
Der klassische Einstieg befindet sich bei einem der Campingplätze in Wildalpen.
Entlang der Strecke gibt es mehrere alternative Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten, sodass sich die Tour je nach Wunsch auch verkürzen lässt.
Der erste (leichtere) Abschnitt ist ideal zum Einpaddeln.
Nach etwa 6 Kilometern mündet die Lassingbach bei einer Stelle namens Fachwerk in die Salza. Dieser Bereich ist seit 2021 Teil des Wildnisgebiets – eines Schutzgebiets, in dem sich die Natur mit minimalem menschlichen Einfluss frei entwickeln darf – und ist daher Lassingbach für Rafting vollständig gesperrt.
Nach dem Zusammenfluss folgen einige Stromschnellen, bis man die letzten vor dem Lawinenschwall erreicht.
Vor dieser markanten Stelle gibt es die Möglichkeit, die Fahrt etwas abwechslungsreicher zu gestalten, indem man nach links abzweigt (bei Niedrigwasser schwer zugänglich) und die sogenannte Moosrutsche hinunterfährt – Achtung auf Holzansammlungen!
Wir empfehlen ausdrücklich, den Lawinenschwall vorher zu besichtigen – halten Sie dazu am Sandstrand auf der linken Seite.
Die Passage ist zwar von allen Seiten fahrbar, doch in der Mitte lauern Felsen, die von der Hauptströmung stark angespült werden.
Bei hohem Wasserstand entstehen hier teils mächtige Walzen!
Ebenfalls beliebt auf Salza ist Riverbug / F: Black Sheeps Adventures
Nach einigen Kilometern erreicht man einen weiteren beliebten Ein- und Ausstiegspunkt namens Petrus. Dieser Abschnitt der Salza ist besonders in den Sommermonaten stark frequentiert, da viele lokale Anbieter hier ihre Raftingtouren starten. Deshalb empfehlen wir, den Einstieg außerhalb der Hauptzeiten zu planen – idealerweise zwischen 10:00–11:00 Uhr oder 14:00–15:00 Uhr, um die Massen zu vermeiden und das volle Wildwassererlebnis genießen zu können.
Nur wenige hundert Meter weiter erwartet Sie ein echtes Highlight für Wildwasserfans – die Stromschnelle Stangelgraben. An dieser Stelle verengt sich der Fluss, wodurch sich die Strömung stark beschleunigt und große, spannende Wellen entstehen – ein perfekter Spot für Adrenalinliebhaber und erfahrene Paddler.
Ein weiterer lohnenswerter Halt entlang der Strecke ist der etwa fünf Meter hohe Sprung bei den Wasserlochklamm-Wasserfällen. Hier kann man sich mit einem mutigen Sprung in das kalte, klare Wasser der Salza erfrischen – ein echter Kick nach anspruchsvollen Passagen. Alternativ lädt das nahegelegene Restaurant mit gefüllten Kartoffeln und anderen regionalen Spezialitäten zur Stärkung ein
Nach dem Zufluss der Wasserlochklamm zur Rechten sollten Wildwasserpaddler in der folgenden Rechtskurve besonders vorsichtig sein. Es ist wichtig, auf der Innenseite der Kurve (also rechts) zu bleiben – das Wasser drückt hier stark gegen einen teilweise unterhöhlten Felsen, dem man nur schwer im letzten Moment ausweichen kann. Schon mehrere Boote wurden an dieser Stelle eingeklemmt – daher ist vorausschauendes Fahren und gute Bootsführung unerlässlich.
In den darauffolgenden Kilometern beginnt die Salza, sich tiefer in die umliegende Landschaft einzugraben – ein landschaftlich beeindruckender, aber technisch fordernder Abschnitt. Der letzte sichere Ausstiegspunkt vor der Palfauer-Schlucht ist Erzhalden, unter Paddlern auch bekannt als „Die Treppe“.
Hier gilt eine wichtige Faustregel für die Befahrung der Schlucht: Wenn nur noch drei Stufen oder weniger aus dem Wasser ragen, sollte man dringend davon absehen, in die Palfauer-Schlucht einzufahren! Dieser Abschnitt kann bei hohem Wasserstand extrem gefährlich werden und ist nur für sehr erfahrene Wildwasserfahrer geeignet.
Das Wasser in Salza ist so sauber und klar, dass man es trinken kann / F: Stefan Leitner
Die Palfauer-Schlucht ist einer der eindrucksvollsten und zugleich anspruchsvollsten Abschnitte der Salza. Die Schlucht beeindruckt mit ihrer Wildheit und Naturbelassenheit – verlangt aber von Paddlern volle Konzentration, gute Technik und Erfahrung im Wildwasser.
Die Felsen entlang der Schlucht sind teilweise unterspült, und es kommt immer wieder vor, dass sich Baumstämme oder Äste verkeilen – besonders nach Hochwasser. Schwimmen ist in diesem Abschnitt nicht zu empfehlen, da er lang, eng und technisch schwierig ist.
Sollte ein Ausstieg ins Wasser dennoch unvermeidlich sein, ist es entscheidend, in der Hauptströmung zu bleiben, sich so flach wie möglich mit den Füßen flussabwärts („Schwimmblatt“-Position) treiben zu lassen, und erst dort an Land zu gehen, wo sich die Schlucht merklich öffnet und sichere Kehrwässer sichtbar werden.
Ein spektakulärer, aber risikobehafteter Spot in der Schlucht ist der etwa sieben Meter hohe Felsen, von dem mutige Paddler ins Wasser springen können. Doch auch hier gilt: Nur springen, wenn das Wasser klar und die Landestelle deutlich einsehbar ist! Nach Hochwasser können sich an dieser Stelle versteckte Hindernisse oder Treibgut befinden – ein unkontrollierter Sprung kann lebensgefährlich sein. Bei trübem Wasser sind zudem untergetauchte Felskanten schwer oder gar nicht zu erkennen.
Der erste mögliche Ausstiegspunkt nach der Palfauer-Schlucht ist der Saggraben – ein gut erreichbarer, aber eher kleiner Platz. Achten Sie auf die begrenzten Parkmöglichkeiten, vor allem an Wochenenden und in der Hochsaison!
Für all jene, die noch nicht genug vom Paddeln auf der Salza haben, gibt es die Möglichkeit, die Tour bis nahe zur Mündung in die Enns fortzusetzen. Ab dem Staudamm beim Zusammenfluss mit der Enns verliert der Fluss zwar deutlich an Wildwassercharakter und Geschwindigkeit, dafür eröffnet sich ein Abschnitt mit beeindruckenden Ausblicken auf die weiterführende, malerische Schlucht.
Da die meisten Paddler bereits in Saggraben aussteigen, ist dieser untere Teil der Strecke meist menschenleer – perfekt für ein ruhiges, romantisches Naturerlebnis abseits des Trubels. Dieser Abschnitt eignet sich auch sehr gut für weniger erfahrene Paddler oder Einsteiger, die das Paddeln auf fließendem Wasser üben wollen – ideale Bedingungen für Entspannung mit dem Paddleboard-SUP.
Die nächste Ausstiegsmöglichkeit ist der Campingplatz Weiberlauf oder die letzte Ausstiegsmöglichkeit – vor dem Zusammenfluss mit der Enns – Krippau (vor der Brücke auf dem Damm auf der rechten Seite, allerdings ist es hier nicht möglich zu parken – nur zum Be- und Entladen von Booten). Vom Campingplatz Weiberlauf bis zum Staudamm braucht es allerdings gute Muskeln, die Salza fließt hier fast nicht mehr.

Salzaline Parkplatz
Für den Abschnitt der Salza unterhalb von Wildalpen – genauer gesagt von Bretterbach bis zur Mündung in die Enns bei Krippau – ist ein gültiges Parkticket erforderlich. Dieses kann bequem bei einem der Salzaline-Partnererworben werden, z. B. im Gästehaus Black Sheep’s Adventures in Wildalpen (tschechisch- und slowakischsprachige Betreiber), über die Website www.black-sheeps.eu, oder direkt im Infozentrum Wasserloch.
Alternativ gibt es auch Parkautomaten an ausgewählten Stellplätzen sowie die Möglichkeit, das Ticket bequem via EasyPark-App zu lösen. Mit einem gültigen Ticket darf auf allen ausgewiesenen Salzaline-Parkplätzen geparkt werden – zusätzliche Gebühren für Rafting fallen dabei nicht an.
Die durch die Parkgebühren erzielten Einnahmen fließen direkt in die Instandhaltung und Verbesserung der Infrastruktur – insbesondere der Parkplätze sowie der Ein- und Ausstiegsstellen entlang der Salza. Die Verwaltung und Organisation dieser Anlagen übernimmt die Agentur Salzaline, die sich um den gesamten zugänglichen Flussbereich kümmert und somit einen reibungslosen Ablauf für Paddler gewährleistet.
Die Gebühren werden zwischen privaten Besuchern und kommerziellen Anbietern unterschieden. Gewerbliche Anbieter (z. B. Rafting- und Kajakschulen) sind verpflichtet, jede geführte Fahrt vorab im Infozentrum Wasserlochklamm anzumelden und dabei die entsprechende Nutzungsgebühr zu entrichten. Die auf der Website veröffentlichten Tarife für Privatnutzer gelten nicht für gewerbliche Touren.
Alle aktuellen Informationen zu Preisen, Parkregelungen und Nutzungsbedingungen finden Sie auf der offiziellen Website von Salzaline unter www.salzaline.at – verfügbar auch in englischer Sprache.
Für Rafting (mehr als 3 Personen) müssen das Boot und die von der IRF (International Rafting Federation) zertifizierten Führer bei der Landesregierung – Land Steiermark – registriert sein.
Denken Sie an die Sicherheit
Die Salza ist ein außergewöhnlich schöner und vielseitiger Fluss, der sich sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Wildwasserpaddler eignet. Ihre kristallklare Strömung, beeindruckende Naturkulisse und abwechslungsreiche Abschnitte machen sie zu einem der beliebtesten Wildwasserziele im Alpenraum.
Doch trotz aller Schönheit und Zugänglichkeit darf man eines niemals vergessen: Sicherheit hat immer oberste Priorität. Die Salza ist ein Wildfluss – und wer sie unterschätzt, bringt sich und andere in Gefahr.
Seit 2013 sind wir als Rafting-Guides auf der Salza unterwegs. Immer wieder begegnen wir jedoch Paddlern, die elementare Sicherheitsregeln missachten: ohne Helm, ohne Schwimmweste, ohne Neoprenanzug, manchmal sogar unter Alkoholeinfluss. Besonders schockierend: Kinder, die mit Seilen ans Boot oder Paddel gebunden sind, und Gruppen, die bei Hochwasser fahren, ohne den Fluss oder das eigene Können richtig einzuschätzen.
Solche fahrlässigen Handlungen erhöhen nicht nur das Risiko schwerer oder gar tödlicher Unfälle, sondern gefährden auch andere Bootsfahrer sowie Einsatz- und Rettungskräfte.
Daher unser dringender Appell:
👉 Unterschätzen Sie nie den Fluss.
👉 Nutzen Sie vollständige und geeignete Schutzausrüstung.
👉 Verzichten Sie auf Alkohol.
👉 Seien Sie ein Vorbild – für Ihre Gruppe, für andere und vor allem für die Sicherheit auf der Salza.
Eine detaillierte Karte der Salza, die an mehreren Stellen entlang des Flusses erhältlich ist, ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für alle, die den Fluss sicher und verantwortungsbewusst befahren möchten. Sie hilft Ihnen, Ein- und Ausstiegsstellen, Stromschnellen, Gefahrenstellen sowie ruhige Passagen besser zu planen und sich jederzeit gut zu orientieren.
Vor jeder Fahrt auf der Salza sollten Sie außerdem unbedingt den aktuellen Wasserstand prüfen, da sich der Schwierigkeitsgrad des Flusses je nach Pegel deutlich verändern kann – vor allem in engen Schluchten oder bei höherem Wasseraufkommen.
Den aktuellen Pegelstand bei Wildalpen finden Sie online unter:
👉 https://www.ennskraft.at/Pegelwerte/Wildalpen
Aber Vorsicht: Der Pegelstand wird nur in Wildalpen gemessen und stellt somit keine vollständige Aussage über die Bedingungen entlang des gesamten Flussverlaufs dar. Zahlreiche Seitenbäche und Zuflüsse – insbesondere vor der Schlucht – können den Wasserstand lokal stark verändern, vor allem nach Regenfällen.
Der Pegelwert ist daher nur als grober Anhaltspunkt zu verstehen. Für eine fundierte Einschätzung der Schiffbarkeit und Sicherheit insbesondere in den unteren Abschnitten der Salza, sollten Sie sich im Zweifelsfall an lokale Paddler oder erfahrene Guides wenden, die die aktuellen Bedingungen am besten kennen – sie helfen Ihnen meist gern und unkompliziert weiter.
UNTERKUNFT UND AKTIVITÄTEN
Unterkunft verfügbar
Gästehaus in Wildalpen, das Rafting, Canyoning, Riverbug, Kajakkurse und den Verleih von Paddelausrüstung anbietet.Black Sheeps Adventures KG
Kühbachau 170
8924 Wildalpen
Tel: +43 680 2190118 oder +43 650 6346967
Email: info@black-sheeps.eu
www.black-sheeps.euTipps für Aktivitäten in der Umgebung
Riverbug, Canyoning, Wandern im Nationalpark Gesäuse www.gesaeuse.at und rund um Wildalpen (Hochschwab, Ybbstaler Alpen), Wasserlochklamm, Waldschwimmbad Hinterwildalpen, Waldsauna, Thermalbad Solebad Göstling an der Ybbs, Entspannung.Canyoning in der Gegend
Neben dem Wildwasserpaddeln bietet die Region rund um die Salza auch spannende Möglichkeiten für eine weitere Abenteuersportart: den Canyoning.
Beim Canyoning erleben Sie Adrenalin, Natur und sportliche Herausforderung in einem: Sie springen in kristallklare Wasserbecken, rutschen über natürliche Felsrutschen, waten durch enge Bachläufe oder seilen sich über Wasserfälleab – immer begleitet vom Rauschen des Wassers und der beeindruckenden Kulisse der steirischen Berge.
Aber Achtung: Canyoning ist kein Spaziergang! Wer nicht über entsprechende Erfahrung, Technik und Ausrüstungverfügt, sollte sich unbedingt einem professionellen Guide anvertrauen. Ein erfahrener Anbieter wie
👉 Black Sheep’s Adventures
bietet geführte an – damit wird Ihr Abenteuer nicht nur sicher, sondern auch unvergesslich.
Okolí Salzy je vhodné také pro canyoning. / F: Stefan Leitner
Befahrbare Zuflüsse der Salza und der Enns
Hinterwildalpenbach
Der Stufenbach – mit rund 70 Stufen (von 0,2 m bis 3 m Höhe) – verläuft auf einer Länge von ca. 6 Kilometern von Hinterwildalpen nach Wildalpen. Je nach Wasserstand wird er mit WW IV– bewertet und ist nur bei Hochwasser, also typischerweise im Frühjahr oder nach stärkeren Regenfällen, befahrbar.
Die Strecke ist technisch anspruchsvoll: wenige Kehren, kaum Möglichkeiten zum Ausstieg oder Umtragen, und eine Vielzahl von potenziellen Gefahrenstellen. Einige Stufen sind beschädigt und können Siphons bilden; unter anderen entstehen bei Hochwasser Rückläufe (Walzen) oder gefährliche Waschbecken.
Teile des Baches sind von einem parallel verlaufenden Pfad aus einsehbar, was eine vorherige Begehung oder Absicherung erleichtert. Der am häufigsten befahrene Abschnitt ist jener von der Brücke an der Abzweigung zur Saunabis zur Mündung in die Salza.
Nur für erfahrene Wildwasserpaddler mit entsprechender Ausrüstung und Technik empfohlen!
Lassing
Seit 2021 fließt der Fluss durch das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal, ein streng geschütztes UNESCO-Biosphärenreservat.
Daher ist das Befahren des Flusses ganzjährig verboten – unabhängig von Wasserstand oder Jahreszeit. Bitte respektieren Sie dieses Schutzgebiet und tragen Sie so zum Erhalt dieser einzigartigen Natur bei.
Enns im Nationalpark Gesäuse
Enns kann an diesen Orten in mehrere Teile aufgeteilt werden.
Der Gesäuseeingang (WW IV–VI, ca. 1 km) ist ein extrem anspruchsvoller Katarakt. Der gesamte Abschnitt ist gut von der Straße aus einsehbar, was eine vorherige Beurteilung möglich macht.
Diese Passage ist ausschließlich für absolute Profi-Paddler mit exzellenter Technik, Rettungserfahrung und kompletter Sicherheitsausrüstung – und selbst dann mit äußerster Vorsicht zu beurteilen.
Die Gstatterbodenstrecke – auch bekannt als Raftingstrecke oder umgangssprachlich „Bierstrecke“ – ist ein etwa 8 km langer Abschnitt der Enns mit einem Schwierigkeitsgrad von WW II–IV, abhängig vom Wasserstand.
Der Einstieg erfolgt unterhalb des Katarakts, vor der Eisenbahnbrücke am rechten Flussufer. Direkt danach folgt eine kleine Insel, die unbedingt links umfahren werden muss – denn im rechten Arm befindet sich ein gefährlicher Siphon! Bei höherem Wasserstand drückt die Hauptströmung verstärkt nach rechts – daher wird weniger erfahrenen oder körperlich schwächeren Paddlern empfohlen, erst unterhalb der Insel einzusetzen.
Es folgt ein längerer, entspannter Flussabschnitt, gelegentlich mit größeren Wellen, und atemberaubender Aussicht auf das Massiv der Hochtorgruppe – ideal für Rafting-Genuss mit landschaftlichem Highlight.
Auf der linken Seite kann man hinter einem Kiesstrand aussteigen und in den Bruckgraben Schlucht hinein wandern. Bitte achten Sie hier besonders auf Zugangsverbote und Naturschutzregeln – Boote dürfen nur unterhalb des Strandes geparkt werden, da dort geschützte Vogelarten nisten.
Der Ausstieg ist entweder nach der Straßenbrücke über den Gstatterboden möglich oder nach dem letzten Katarakt. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, diesen Katarakt vorher vom linken Ufer aus zu besichtigen – bei guter Wasserlage ist er links befahrbar.
Ein Raft von einer der lokalen Agenturen macht sich auf den Weg zu einer Nachmittagsfahrt / F: Black Sheeps Adventures
Die Kummerbrücke-Strecke (WW IV–V, ca. 6 km) ist ein anspruchsvoller Wildwasserabschnitt für erfahrene Paddler. Der Einstieg befindet sich unterhalb des Parkplatzes bei der Kummerbrücke.
Die ersten 600 Meter sind besonders technisch: raues Gelände mit starkem Gefälle, das bei höherem Wasserstand kräftige Walzen und große Wellen bildet. Dieser Abschnitt verlangt präzise Linienwahl und sicheres Bootshandlung.
Die Schlüsselstelle ist der sogenannte „Schlitz“ – bei hohem Wasserstand kann (und sollte) diese Passage umfahren werden. Unmittelbar danach folgt ein zwei Meter hoher Sprung, der den gesamten Fluss überspannt. Wichtig: Niemals nach links ziehen!
Dort lauern gefährliche Rückläufe. Es besteht jedoch die Möglichkeit, rechts zu umtragen – besonders bei ungünstigen Bedingungen dringend empfohlen.
Der erste, schwierigere Abschnitt der Kummerbrücke-Strecke kann relativ leicht umgangen werden. Etwa 600 m unterhalb des regulären Einstiegs (direkt beim Kreuz) befindet sich ein kleiner Parkplatz, von dem aus man bequem zum Wasser gelangt – ideal, wenn man nur den leichteren unteren Teil der Strecke paddeln möchte.
Achtung: Der Zugang erfolgt über Bahngleise, deren Überquerung offiziell verboten ist und mit Bußgeld geahndet werden kann – die Nutzung erfolgt also auf eigene Verantwortung.
Oder der Parkplatz vor dem Tunnel.
Im leichteren Abschnitt wartet dennoch eine technisch heikle Passage: das sogenannte „Hartels S“, das sich direkt nach der Straßenbrücke Hartelsgraben befindet. Es ist dringend zu empfehlen, diese Stelle vorher vom Ufer aus zu besichtigen, denn: Auf der linken Seite bildet sich bei höherem Wasserstand ein Siphon.
Zudem bleiben hier häufig Baumstämme und Treibgut hängen, was die Passage zusätzlich gefährlich machen kann.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung des Nationalparks Gesäuse verfasst, der seit Herbst 2018 die Wildalpen sowie den Fluss Salza verwaltet. Der NP bietet Touristen unzählige Sommer- und Winteraktivitäten, von kleinen Kindern bis hin zu Extremsportlern. Unter www.gesaeuse.at finden Sie eine Liste mit allen Aktivitäten, Unterkünften, Sehenswürdigkeiten und Informationen aus der Region.
Andrea Kostalova und David Gregorik sind leidenschaftliche Adrenalin-Enthusiasten, die ihre Liebe zu den Bergen, dem Wasser und zur unberührten Natur verbindet. Seit 2013 sind sie als Rafting-, Kajak- und Canyoning-Guidesauf der Salza aktiv und kennen den Fluss wie ihre Westentasche.
2016 fassten sie den Entschluss, ihren eigenen Weg zu gehen, und gründeten das Outdoor-Unternehmen Black Sheeps Adventures KG mit Sitz in Wildalpen. Seit 2018 betreiben sie zusätzlich eine Outdoor-Basis mit Gästehaus – ebenfalls in Wildalpen – um ihren Gästen nicht nur Abenteuer, sondern auch Unterkunft und Gastfreundschaft in der Muttersprache bieten zu können.
Artikel auf Padler.cz und weitere Fotos:




